ZEHN PUNKTE für das ENGE TANZEN

10 Punkte für das enge Tanzen - mit Patrizia und Michael

Das ENGE TANZEN hat eigene Gesetze und Regeln. Sich auf einen Partner einzulassen, der so nahe ist, wie bei einem Liebespaar, verlangt einen tiefen Respekt für den anderen. Dann lassen sich Mißverständnisse schon im Vorfeld vermeiden.

 

ENGES TANZEN beginnt zuerst im Kopf. Sich auf einen Partner einzulassen, der so nahe ist, dass man die Atmung des anderen mit seinem Körper "hört", ist ein besondere Herausforderung. Der Partner darf nicht überfordert werden. Für den Partner muss sich "Dein" Körper immer bequem anfühlen. 

ENGES TANZEN beginnt zunächst ohne Nähe. Je näher man sich kommt, umso langsamer werden die Schritte und die Bewegungen zueinander. Wenn sich die Auren von Mann und Frau anfangen zu durchdringen, wird von beiden Seiten höchste Empathie verlangt. 

ENGES TANZEN verlangt eine innere Disziplin. Die Kraft des Mannes fokussiert sich im Körper ausgehend von der inneren Mitte (viele sprechen vom Zen-Punkt) bis hoch zum Brustkorb. Der Körper des Mannes führt, nicht seine Arme. Die Frau steht schwerpunktmäßig auf den Ballen, ist aufrecht und trägt ihr Gewicht selbst. Dadurch ist sie in der Lage mit den schnellen Rhythmen der Musik zu spielen.

Wenn sich Mann und Frau auf Nähe einlassen, gelten andere Gesetze als beim Tanzen in der weiten Umarmung. Der Energietransfer ist anders, er ist schneller. Jede kleinste Bewegung hat eine unmittelbare Auswirkung auf die Führung. Betrachtet man ein Paar von außen, so mag man fast nicht glauben, dass eine Führung stattfindet, so filigran sind die Movements.

ENGES TANZEN ist nicht nur die Konzentration auf die Umarmung - das ist nur ein Teilaspekt -, sondern beinhaltet auch die Haltung des gesamten Körpers.

Liebgewordene Gewohnheiten beim weiten Tanzen erweisen sich im Engen oftmals als hinderlich, manchmal sogar als kontraproduktiv. So lassen sich zum Beispiel keine schönen Vorwärts-OCHOs tanzen, wenn einer der Partner seinen Kopf an den Anderen anlegt. 

Beim ENGEN TANZEN ist es wichtig, dass beide, Tänzerin und Tänzer aufrecht und gerade stehen. Gerades Stehen ist schwer. Wirbelsäule gerade, Becken nach vorne gekippt, prinzipiell mehr auf den Ballen stehen, die Belastung der Füße liegt auf den Innenseiten. 

Viele Bewegungen können aufgrund der Enge nicht von der Frau ausgeführt werden. Diese Tätigkeit obliegt nun dem Mann. So kann der Mann beim Rückwärts-OCHO den Part des Drehens übernehmen. 

Das ENGE TANZEN hat eine Struktur - So besteht die Umarmung aus mehreren  Elementen, so dass sich die Oberkörper miteinander verbinden können, damit man ab Hüfte abwärts Platz hat, um schöne Schritte zu tanzen. 

Ohne Dissoziation kein modernes enges Tanzen. Auch das enge Tanzen unterliegt  Veränderungen und hat sich viele Impulse vom Tango nuevo geholt. Einer der wichtigsten Aspekte ist, dass nicht nur die Frau, sondern auch der Mann stark dissoziieren muss.