TANZE – mit dem Team von tango-X wird Dir das Handwerkszeug vermittelt, den Tango neu zu entdecken

OCHOS
von der Pike auf lernen

Den Satz »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr« kann man beim Ocho dick unterstreichen. Es ist richtig und wichtig, den Ocho möglichst früh zu lernen, denn ohne diesen wichtigen Tangoschritt ist das Tanzen quasi nicht möglich. 

 

Das Problem ist, dass noch nicht so erfahrene Tangotänzerinnen die Komplexität dieses Schrittes oftmals nicht verstehen (können) und den Ocho entweder als gekreuzten Rückwärtsschritt gehen oder sich im Block drehen. So zu tanzen ist anstrengend. Dazu kommt, dass der Führende die Tänzerin dabei mit Hilfe der Muskeln in seinen Armen unterstützt, was er fälschlicherweise als Führen wähnt.  

 

Damit sich dieses Bewegungsmuster nicht festsetzt, muss ganz schnell ein »Niveau-Sprung« gemacht werden. Es ist oftmals nicht ganz einfach, die Frauen zu überzeugen, dass sie aus ihrem scheinbar funktionierenden Ablauf »raus« müssen und etwas Neues lernen. Nämlich, dass der Ocho ein komplizierter Bewegungsablauf von Pivotieren und unterschiedlichem Dissoziieren von Oberkörper und Hüfte ist. Ein guter Ocho sieht so leicht, so cool aus. Einer guten Tänzerin sieht man nicht an, was sie kann - einer schlechten sehr wohl, was sie nicht kann. 

 

Wer mit guten Tänzern tanzen möchte, muss eine gute Tänzerin werden – heißt, den Ocho üben, üben und nochmals üben. 

 

Und die Männer? Auch Sie müssen umlernen. Dennoch, für (angehende) Tänzer ist der Führungsablauf leichter nachvollziehbar. Statt mit den Armen wird die Frau mit einem Schritt, sprich mit einem Gewichtswechsel, in den Ocho rein- und rausgeführt. Hat man diesen Trick einigermaßen raus, merkt man, wie das Tanzen an Leichtigkeit gewinnt und wie sich die Frau augenblicklich entspannt. Mit Gewichtswechsel zu führen, ist hohe »Führungskunst«. Man muss hier das richtige Timing finden. Das dauert. Anfangs gelingt es selten, dann immer öfter. Das ist motivierend und verleitet zum Weitermachen. Die (Einsteiger-)Tänzerinnen können sich nicht so leicht motivieren. Der »neue Ocho« fühlt  sich recht ungewöhnlich und sperrig an. Dadurch ist »frau« leicht geneigt, wieder in das alte Bewegungsmuster zurückzufallen. 

 

Es gibt sehr viele Ocho-Varianten: Mit kleinen oder großen Schritten, weit oder eng, schnell oder langsam. Der Ocho gewinnt dann an Geschmeidigkeit, wenn Geführte und Führender sich die Fähigkeit erarbeitet haben, dass der Rückwärts-Ocho so stark überzogen wird, dass man vorwärts geht – und rückwärts beim Vorwärts-Ocho. 

 

Auch Männer sollten den Ocho können (was für gute Tänzer sowieso klar ist). Es macht den Tanz weicher und varientenreicher. 

 

Der Ocho ist die Basis für viele Tangoschritte, beispielsweise bei den Männer-Sacadas, Barridas oder Low-Boleos – bei den Frauen basiert so gut wie jede aufregende Tangobewegung auf dem Ocho: Front- und Backboleos, nahezu jede Art von Verzierung sowie die Moulinette.