DISSOZIIERTE OCHOS als Basis für anspruchsvolle Tangofiguren

Der größte Teil der Tangofiguren und Schritte basiert auf dem Ocho. Der Ocho rückwärts - eine Standardfigur beim Tanzen - ist eigentlich nichts anderes als Rückwärtsgehen. Wie kommt man nun in den Ocho? 

Mann wie Frau dürfen hier keinesfalls in den  Fehler verfallen nur gekreuzt rückwärts zu gehen, ohne dabei das Standbein zu drehen. Nicht das Überkreuzen des Spielbeines ist wichtig, sondern der Pivot (Drehung) des Standbeines. Anschließend wird rückwärts gegangen. Im Prinzip läuft es darauf hinaus: die (ochoausführende)  Frau wird vom Mann über das Standbein in die Richtung gedreht, in die es gehen soll. Als nächstes geht die Frau rückwärts (entspricht dem Rückswärts-Ocho) oder vorwärts (ist Vorwärts-Ocho) mit dem Spielbein den Schritt. Dabei bleibt sie mit dem Oberkörper tendenziell beim Mann. 

AUSGEWOGENHEIT ZWISCHEN PASSIV UND AKTIV

Ein gern gemachter Frauenfehler ist, dass sie eben nicht mit dem Oberkörper beim Mann bleibt, sondern sich im Block vom Mann wegdreht. Dann wird der Ocho zum Führen und Ausführen schwierig. »Frau« merkt das und löst das Problem, indem sie statt zu drehen das Spielbein kreuzt (s. o.). Den Ocho richtig auszuführen, ist für die Geführte immer ein Spiel zwischen aktiv und passiv. Zuerst soll sie sich passiv drehen lassen und anschließend aktiv und taktsicher einen Schritt ausführen. Leicht erklärt, schwer auszuführen. Auch der Führende hat es nicht minder einfach. Bei ihm ist es meistens umgekehrt. Er führt die Frau aktiv in die Drehung und sollte dann abwartend (passiv) mit der Frau den Schritt vorwärts oder rückwärts gehen. Schwierig wird das, wenn nicht gleich unmöglich, wenn die Frau gewohnt ist (oder es sie gelehrt wurde), in den Schritt »geschoben« zu werden.

DISSOZIIEREN VS. LANGWEILIGES TANZEN

Durch das Drehen über dem Standbein und das Verdrehen des Oberkörpers (Dissoziierung) entsteht eine dynamische Ocho-Bewegung. Man kann dann teilweise die Verdrehung und Dissoziierung so weit »ausdehnen«, dass aus einem Rückwärts-Ocho eine Vorwärtsbewegung (in Richtung des Tanzflusses) wird und aus einem Vorwärts-Ocho eine Rückwärtsbewegung entsteht. Dieses »Überziehen« der Ochos ermöglicht ein spannendes und abwechslungsreiches Tanzen auf engstem Raum. Beherrscht man diese Technik nicht, dann ist man in einer vollen Milonga dazu verdammt, mit Trippelschritten in der Masse »mitzutanzen«. Ergebnis: Langweile.

Zurück zum Überziehen. Stark dissoziierte Ochos ermöglichen coole Boleos. Ein überzogener Vorwärtsocho erzeugt einen Back-Boleo und aus einem überdrehten Rückwärts-Ocho ergibt sich ein anspruchsvoller und dynamischer Front-Boleo. Und, wer bei Sacadas gerne mit der Hüfte den Partner touchiert, der hat jetzt die Lösung dazu, dass es nicht mehr passiert. Die Technik von stark überzogenen Ochos.

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Tango-Technik-Ryhthmus-Training

An dieser Stelle weisen wir auf unser Tango -Technik-Training hin, wo viel an Körper und Rhythmus gearbeitet wird. Jeden Freitag (Ostbahnhof) von 18:00 bis 19:30 Uhr.